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Alt 01.03.2007, 22:08   #1
Jürgen
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Standard Der Graureiher

Graureiher
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie





Graureiher (Ardea cinerea)
Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Schreitvögel (Ciconiiformes)
Familie: Reiher (Ardeidae)
Unterfamilie: Tagreiher (Ardeinae)
Gattung: Ardea
Art: Graureiher

Wissenschaftlicher Name
Ardea cinerea
Linnaeus, 1758
Der Graureiher (Ardea cinerea), auch Fischreiher genannt, ist eine Vogelart aus der Ordnung der Schreitvögel (Ciconiiformes).




Verbreitung

Er ist in den milderen Regionen Europas und Asiens zu finden, außerdem im gesamten südlichen Afrika mit Ausnahme der südlichen Küstennamib. In überwiegend eisfreien Regionen ist er ein Standvogel, in den anderen Gebieten zieht er im Winter weiter südlich. In Deutschland ist er überwiegend ein Standvogel. In strengen Wintern, bei denen viele freie Wasserflächen einfrieren, sind die Verluste der Population sehr hoch.

Der Graureiher hält sich besonders gerne an seichten, durchwachsenen kleinen Tümpeln und Teichen auf, die möglichst umbuscht und umwaldet sind, z.B. Sölle in Mecklenburg-Vorpommern

In neuster Zeit dringt er immer mehr in städtische Gebiete vor, wo er heute sogar oft in den Innenstädten beobachtet werden kann. Er bildet auch gemeinsame Gruppen mit Seidenreihern (wie zum Beispiel in der Poebene in Norditalien)


Aussehen


Der Graureiher ist in etwa so groß wie ein Storch (ca. 90 cm). Das Gefieder auf Stirn und Oberkopf ist weiß, am Halse grauweiß und auf dem Rücken aschgrau mit weißen Bändern. Er hat schwarze Augenstreifen sowie drei lange schwarze Schopffedern, die einen Federbusch bilden, eine dreifache schwarze Fleckenreihe am Vorderhals sowie schwarze Schwingen. Er fliegt mit langsamen Flügelschlägen und bis auf die Schultern zurückgezogenem Kopf, mit s-förmig gekrümmtem Hals. Während des Fluges ist regelmäßig ein lautes, raues "chräik" zu hören.

Er gleicht mit diesem Aussehen sehr dem nordamerikanischem Kanadareiher, der dort eine ähnliche ökologische Nische wie der europäische Graureiher besetzt. Die drei langen Vorderzehen sind am Stelzenbein weit auseinander gespreizt und verhindert das Einsinken in den weichen Untergrund. Der Schnabeltyp ist der Pinzettenschnabel.


Bestandsentwicklung

Reiherkolonie im Duvenstedter Brook (Hamburg)Trotz jahrhundertelanger Verfolgung findet man den Graureiher in großer Zahl. Der Tiefpunkt des Bestandes lag wohl in den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts. Insbesondere nachdem er unter Schutz gestellt wurde, hat die Population stark zugenommen. Besonders in Norddeutschland findet man große Kolonien mit mehr als hundert Brutpaaren.


Verhalten

Nahrungssuche Schleichend wie eine Rohrdommel staagt er mit gesenktem Kopf und gekrümmten Hals langbeinig durch das seichte Wasser. Er sticht blitzschnell nach kleineren Fischen, Fröschen, Molchen, Schlangen und Wasserinsekten. Er frisst auch Wasserratten. Auf Wiesen wartet er stocksteif stehend auf Feldmäuse und lässt gelegentlich auch Eier und Jungvögel mitgehen. Zur Fischjagd kann er auf dem Wasser landen, 1-3 Sekunden schwimmen und dann fliegt er wieder auf. Die bevorzugt Methode ist jedoch einige Meter vom Wasser entfernt zu landen und dann langsam ins Wasser zu schreiten.


Brutverhalten

Das Nest ist ein großer, nicht sehr stabiler Bau aus Reisig in den Wipfeln der Bäume. Das Gelege besteht aus vier bis fünf hell blaugrünen Eiern. Die mäßige Bauweise des Nestes wird darauf zurückgeführt, dass der Reiher vor noch nicht allzu langer Zeit nur am Boden brütete. Als Beleg dafür wird angeführt, dass man beispielsweise in Holland Reiherkolonien in großen Schilfbeständen findet.

Die Sterblichkeit der Jungreiher ist während der Nestzeit sehr groß. Es wird geschätzt, dass in den ersten sechs Monaten 70% der Jungtiere sterben. Überleben Graureiher ihre Jugendmonate, können sie bis zu 24 Jahre alt werden.


Sozialverhalten

Reiherkolonien sind sehr lebhaft. Zwischen den Vögeln einer Kolonie herrscht ständiger Streit, da sich die Vögel untereinander das Nistmaterial streitig machen. Gemeinsam wehren die Vögel auch die Krähen ab, die sich für die unbewachten Eier interessieren.


Beobachtungsempfehlung

Ein hervorragender Beobachtungsstandort für Graureiher ist der Kölner Zoo. Hier hat sich mitten im Zoogelände eine wilde Graureiherkolonie angesiedelt, die hier lautstark ab Ende März ihre Jungen aufzieht. Die Altvögel sind den Besucherandrang mittlerweile gewohnt und lassen sich aus größter Nähe beobachten, wie sie beispielsweise die Flamingowiese abschreiten oder den Pinguinen Fische abjagen.

Ebenso bemerkenswert ist das vermehrte Vorkommen von Graureihern mitten in Wuppertal unter der Schwebebahn an den Ufern der Wupper. Nach einem erfolgreichen Wasserschutzprogramm in den 70er und 80er Jahren gelang es, die Wasserqualität der Wupper enorm zu steigern und sie dadurch wieder für Fische bewohnbar zu machen. Über die Jahre zog diese Maßnahme mehrere Graureiherpärchen an, die heute an der Wupper leben und regelmäßig von der Wuppertaler Schwebebahn aus beobachtet werden können.

Ein weiteres großes Vorkommen befindet sich im Garten zum Schwetzinger Schloss. Dort brütet jedes Jahr eine große Anzahl Graureiher im Arboretum auf einem großen Baum auf einer Insel. Diese Graureiher sind ebenfalls Menschen gewöhnt und lassen sich daher sehr schön beobachten.


Bejagung/Schadensabwehr


Der Graureiher ist Wild im Sinne des Bundesjagdgesetzes. Eine Jagdzeit ist aber nur in Bayern festgesetzt, welche auf einen Umkreis von 200m um künstlich angelegte Fischteiche beschränkt ist (16.09.-31.10.). In den anderen Bundesländern ist der Graureiher ganzjährig geschont, d. h. für einen Abschuss wäre eine Einzelerlaubnis der unteren Jagdbehörde erforderlich.

An kleineren Teichen hat sich aber die Überspannung mit Netzen bewährt. An größeren Teichen können Graureiher mit am unmittelbaren Uferrand gespannten Drähten abgehalten werden (verhindert das Schreiten vom Ufer ins Gewässer).

Vogelscheuchen werden meist schnell als harmlos erkannt und bieten daher nur kurzzeitigen Schutz.

An natürlichen Gewässern sind meist keine erheblichen fischereiwirtschaftlichen Schäden zu beobachten, da durch die Beschränkung der durch den Reiher für die Nahrungssuche nutzbaren Fläche auf Flachwasserbereiche meist wirtschaftlich unbedeutende Fischarten erbeutet werden.


Grüßle Jürgen
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